Historie

1652 – 1899
Über das Bestehen der Schützengilde in Gladbeck unterrichtet uns zuerst die altehrwürdige, künstlerisch wert­volle Schützenkette aus dem Jahre 1652.

Ob die Gilde erst in dem vorge­nannten Jahr gegründet worden ist, oder ob sie noch älter ist, läßt sich nicht sagen, da weitere Nachrichten fehlen.

In den Landgemeinden des Vestes werden sich erst in und nach dem Dreißigjährigen Kriege Schützengilden gebildet haben, nachdem sich wäh­rend der langen, schweren Heim­suchungen ihre Notwendigkeit als unbestreitbar erwiesen hatte. Für Gladbeck steht aber als sicher fest, dass 1652 eine Schützengilde mit St. Lambertus als Patron bestanden hat.

Eine zweite wichtige Überlieferung stammt aus dem Jahre 1765: An der alten Königskette von 1652 hängen zwei wohlgeformte, kartuschenähn­liche, gleichgroße Gedenkmünzen mit der Aufschrift: „Johannes Bern­dadus Vöing Amtsführer, fieri fecit 1765“. Voing hat also beim Schützen­fest des Jahres 1765 das Königsamt bekleidet.

Nach dem Schützenfest vom Jahre 1765 schweigen die Quellen wieder für lange Zeit.

Bei dem Schützenfest im Jahre 1805 tat den Königsschuß der Höfner Johann Theodor Nessel gen. Wehling vom Hofe Wehling in Gladbeck-Elling-horst.

Im Jahre 1815 kam das Vest Reck­linghausen an das Königreich Preußen. Eine Zeit längeren Friedens brach an und die wirtschaftlichen Verhältnisse begannen sich allmählich zu bessern.

Infolge dessen lebte auch das Schützenwesen wieder auf, und in vielen Orten der engeren Heimat treten Schützenvereine ins Leben.

Nach zuverlässigen mündlichen Angaben verstorbener Mitbürger, haben in Gladbeck 1836 und 1840 Schützenfeste stattgefunden. 1845 wurde ebenfalls dem neuen Schüt­zenkönig, dessen Name im Protokoll­buch nicht genannt wird, die übliche Prämie von 5 Talern vom Gemeinde­rat bewilligt.

Während der Hungerjahre 1846/47, der Revolutionsjahre 1848/49 und in den anschließenden Jahren scheinen die Schützenfeste ausgefallen zu sein. Auch in den Fünfziger Jahren scheint kein allgemeines Schützenfest zu­stande gekommen zu sein.

Erst 1858 entschloß sich der Jung­gesellenverein ein eigenes Schützen­fest zu veranstalten. König wurde der Wegearbeiter Johann Düsing, später Polizist in Horst.

Ein allgemeines Schützenfest kam erst im Jahre 1865 wieder zustande.

19 Jahre gingen dahin, bis im Mai 1884 ein kleiner Kreis von Bürgern am Kirchplatz im Gasthaus Franz-Schulte-Rebbelmund, gen. van Ahlen, zusammenkam und die Veranstaltung eines allgemeinen Schützenfestes beschloß. Den Königsschuß tat der Schuhwarenhändler Theodor Heimann gen. Wiescher, seine Königin wurde Frau Landwirt Johann Schulte Rentrop.

Das nächste Schützenfest feierte man 1894. König wurde Carl Braun­steiner, der sich Agnes Rennebaum als Königin erkor. 

34 Jahre flossen dahin, ehe in Gladbeck wieder ein allgemeines Schützenfest gefeiert wurde.

Während dieser Zeit entstanden aber in den Außenbezirken, den Bau­ernschaften, eigene Gilden, die sich vorzüglich entwickelten und erfolg­reiche Arbeit leisteten

1898 wurde der Schützenverein Rentfort gegründet; ihm folgte am 1. Juli 1912 der Bürgerschützenverein„Hubertus“ Zweckel, am 15. Oktober 1930 der Bürgerschützenverein „Wilhelm Tell“ in Butendorf. Die vier Gilden schlossen sich 1929 zu einer Interessengemeinschaft zusammen, die fruchtbare Arbeit geleistet hat.

Das blühende Leben und das wert­volle Wirken der Schützenvereine in den Außenbezirken ließen um die Wende des Jahres 1935/36 in Glad-beck-Mitte den Wunsch laut werden, anknüpfend an die vor 34 Jahren abgerissene Alt-Gladbecker Schützen­tradition, wieder eine Schützengesell­schaft ins Leben zu rufen und durch ein großes, allgemeines Volksfest auf­und auszubauen.

Das viertägige Fest im Jahre 1936 war ein leuchtendes Beispiel starker Volksverbundenheit, ein Bekenntnis zu urwüchsigem Brauchtum, zu Heimat­und Vaterlandsliebe.

Am Nachmittag hatte ein heiteres Kinderschützenfest den Kindern der Mitglieder und den Waisenkindern Freude bereitet. Den Königsschuß tat Rektor Hermann Berkel, seine Königin wurde Maria Ullrich.

Nach dem Zusammenbruch unseres Vaterlandes im Mai 1945 mit all seiner Verwirrung, gingen vier Jahre dahin, ohne dass man an eine Wiederbe­lebung der Schützengilde dachte und ihre Neubildung versuchte.

Zunächst gab es wichtigere und not­wendigere Aufgaben zu meistern. Und doch hielt man es für wünschenswert, ja nötig, auch jene Kräfte und Hilfen wieder zu mobilisie­ren und einzusetzen, die sich schon seit Jahrhunderten ver­dient gemacht hat­ten: die Schützen­vereine. 

1949 – 1952
Anfang Januar 1949 lud Major Wilhelm Bette bekannte und arbeits­freudige Kameraden zu einer Vorbe­sprechung im Gasthof van Suntum ein. Dort beschloß man begeistert, die nötigen Vorbereitungen zum Wiederaufbau  des Schützenvereins Gladbeck-Mitte aufzunehmen. Das­selbe geschah in einer Sitzung der Interessengemeinschaft unter Leitung des Generals Heinrich Jockenhöfer am 5. Juli 1949. Schon am 24. Juli wurdedie Neugründung der 4. Kompanie durchgeführt; bald folgten auch die anderen Kompanien.

In den anschließenden Monaten wurden die Auf- und Ausbauarbeiten kräftig vorangetrieben.

Von besonderer organisatorischer Bedeutung war die von W. Bette geleitete Versammlung der Vor­stände der einzelnen Kompanien am 19. Februar 1952. Dort wurden dieMitglieder des Hauptvorstandes gewählt:

1. Vorsitzender Wilhelm Braunsteiner
2. Vorsitzender Dr. Hermann Küster, Regimentsadjutant Wilhelm Bette
1. Geschäftsführer Heinrich Schwarte, 2. Heinz Kirschbaum, 3. Josef Zurhausen, 4. Eugen Frinken, .5. Heinz Hage­mann
1. Kassierer wurde Bernhard Rebbel-mund, 2. Wilhelm Rüberg. Dem Hauptvorstand gehörten auch die Hauptleute der einzelnen Kompa­nien an.

1953
Am 17. Oktober 1952 beschloß der Vorstand des Schützenvereins Glad-beck-Mitte die Feier des 300jährigen Jubiläums vom 27. bis 30. Juni 1953 großzügig zu begehen.

Anfang des Jahres 1953 wurden einige Änderungen im Vorstand und im Stab des Vereins nötig. Nach dem Tod seiner Gattin sah sich Oberst Braunsteiner veranlaßt, sein Amt als Vorsitzender niederzulegen. Er wurde wegen seiner großen Verdienste um das Schützen- wesen seiner Vaterstadt zum Ehrenoberst ernannt.

Das Amt des ersten Vorsitzenden und das Amt des Obersten und Regimentskommandeurs übernahm Dr. Hermann Küster, dessen Vorfahren schon seit vielen Jahrzehnten zu den tatkräftigsten Förderern der Glad­becker Schützensache gehört haben.

Der Protektor des Jubelfestes 1953 endet seine Darstellung der geschicht­lichen Entwicklung des Schützenver­eins mit einem Hinblick auf das un­mittelbar bevorstehende Fest: „Nun steht nach Überwindung großer Schwierigkeiten und mühevoller Arbeiten das Schützenregiment Gladbeck-Mitte im zivilen wie im militä­rischen Sektor fertig und wohlgerüstet dar, so dass man einem hochstehen­den und glanzvollen Jubelfeste mit sicherer Ruhe entgegensehen kann.

Die Bevölkerung unserer Stadt hat die bisherigen Bemühungen des Ver­eins mit wachsendem Interesse beglei­tet, den Neu- und Aufbau wohlwol­lend und tatkräftig unterstützt und alle Fortschritte begeistert miterlebt und gefördert. Ein herzliches Willkom­men gilt allen Gästen von nah und fern, ein kräftiges „Gut Schuß“ allen Kameraden und Freunden!“

Grußwort von Dr. Ludwig Bette zum 300jährigen Schützenfest im Jahre 1953

Zum Geleit

Als Sproß eines alten Geschlechtes habe ich seit der Kindheit Tagen dem heimischen Schützenverein lebhaftes Interesse und hohe Begeisterung entgegengebracht.

In späteren Jahren war es mein Bemühen, ihn zu fördern, soweit es in meinen Kräften stand. Wenn ich nun als 70jähriger trotz großer Bedenken die Schirmherrschaft über das 300jährige Jubelfest übernom­men habe, so geschah es, um zu zeigen, daß nach meiner Überzeu­gung die Aufgaben, Ziele und Ideale der Schützenvereine noch heute, ja, gerade in unseren Tagen höchst wichtig, wertvoll und der Unter­stützung aller Gutgesinnten würdig sind.

In einer Jahrhunderte alten Tradition haben die Schützenvereine bewiesen, daß sie neben der Pflege des Schieß­sportes und des Wehrgedankens Trä­ger ehrwürdigen Brauchtums, Förderer edler Geselligkeit, Hüter starken Gemeinsinns, Heger wahrer Volksge­meinschaft und ein Hort tiefer Heimat- ­und Vaterlandsliebe gewesen sind.

Aus alter Wurzel wollen wir Kraft ziehen für Gegenwart und Zukunft. Mehr denn je muß heute der Geist der Verständigung und der gegenwär­tigen Achtung Einkehr bei uns halten.

Darum sollen und wollen wir einig sein in der Liebe zur engeren Heimat und in der Liebe zum weiteren Vater land, für dessen Ehre, Freiheit und Sicherheit zu wirken jedes Schützen heilige Pflicht ist.

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, danach laßt uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!“

1953
Das erste Schützenfest nach dem Krieg wurde dann in der Tat ein „glanzvolles Jubelfest“.

Nachdem am Freitag und Samstag im Festzelt an der Goethestraße bereits die Wogen der Begeisterung hochgeschlagen waren, erfolgte am Sonntag nach dem Gottesdienst in den beiden Hauptkirchen und dem Frühschoppen nachmittags ein großer Umzug durch die Straßen der Stadt. Die Beteiligung der Brudervereine und die begeisterte Teilnahme der Glad­becker Bevölkerung übertrafen alle Erwartungen.

Die Königin des Jahres 1936, Frau Maria Ullrich, nahm die Huldigungen des Schützenvolkes an der Seite des Vizekönigs Karl van Suntum entgegen.

Hermann I. (Rektor Berkel) war 1939 gefallen.

Am Montag fieberte dann alles dem Königsschießen entgegen. Wer würde der erste König nach dem Krieg wer­den? Nach heißem Ringen um die begehrte Würde entschied schließlich ein alter und verdienter Mitstreiter unseres Vereins durch einen gezielten Schuß den Kampf: Hauptmann Bern­hard Tenbrink von der 1. Kompanie wurde Gladbecks „Jubelkönig“. Zur Königin erwählte er sich die Gattin des Regimentschefs, Frau Ellen Küster.
Es war eine von Traditionsbewußt­sein und Dank an Gott getragene Zeremonie, als der Protektor Dr. Ludwig Bette im Festzelt Bernhard I. und Ellen I. zum neuen Königspaar proklamierte. Der Königsball am Abend war der glanzvolle Abschluß der offiziellen Feier des Jubelfestes.

1957
Am 1. Juli -Montagmorgen-war dann auf dem Jahnplatz alles gerüstet für das Königsschießen. Um 13.32 Uhr holte bei brütender Hitze der unvergessene Karl von Suntum den Vogel von der Stange und wurde dann von einer begeister­ten Menge ins Festzelt getragen. Zur Königin erwählte er sich Frau Luise Meiners. Nachdem unter dem Jubel des Schützenvolkes die Proklamation durch Oberst Dr. Küster vorgenom­men war, ergriff noch einmal der Nestor des Gladbecker Schützenver­eins Dr. Ludwig Bette das Wort und wünschte Karl II und Luise I eine glückliche Regierungszeit. Der Krö­nungsball am Abend wird allen, die ihn miterlebten, in ewiger Erinnerung bleiben.  

1961
1961 wurde im Juli wieder ein Schützenfest gefeiert. Der Festplatz war an der Horster Straße. Die Bun­deswehrkapelle aus Düsseldorf unter Hauptmann Uhlemann spielte auf. Der Festzug am Sonntag, 2. Juli, gab dem scheidenden Königspaar Karl II. und Luise 1. Gelegenheit, sich beim Schützenvolk für die vierjährige Treue zu bedanken. Am anderen Tage wurde dann der „Vogel gerichtet“. Nach spannendem Kampf konnte Stabsarzt Dr. Franz Gosepath von der  2. Kompanie dem Vogel den Garaus machen. Der neue König Franz I. wählte sich zur Königin Frau Johanna Hahne. Im Festzelt herrschte eine Bombenstimmung, als Oberst Dr. Küster Franz I. und Johanna I. zum neuen Königspaar proklamierte. Der Königsball wurde auch in diesem Jahr zum Höhepunkt des Festes und dauer­te bis in die frühen Morgenstunden.

1965
1965 hatten wir das nächste Fest zu feiern. Der Vorstand war zu der Auf­fassung gekommen, dass im Interesse der Bevölkerung das Hauptereignis – das Vogelschießen – am Samstag durchgeführt werden sollte. So begann man also schon Freitags mit dem Eröffnungsabend und am darauf­folgenden Tage wurde der neue König „erschossen“. Unter großer Teilnahme der Glad­becker Bürger – die Verlegung des Schießens auf Samstag erwies sich als richtig – ging man dem Vogel zu Leibe. Dieser zeigte sich als sehr widerstandsfähig: Erst um 15.21 Uhr holte Oberst Dr. Hermann Küster mit gezieltem Schuß den Rest von der Stange.

Die Freude beim Schützenvolk über den neuen König war groß – hat doch gerade Hermann Küster seit Wiederbegründung des Vereins in 1952 sich größte Verdienste um das Schützenwesen erworben. Als Königin erkor er sich Frau Lisa Zurhausen. Die neuen Majestäten gaben dem Königsball am Abend eine glanzvolle Prägung. Die Bundeswehrkapelle unter Leitung von Hauptmann Doma­galla – diesmal wieder aus Münster – eroberte sich die Herzen der Tanz­lustigen im Fluge. Es war ein großes Fest.

Satzungsgemäß wird nach dem Schützenfest ein neuer Vorstand gewählt. Da der langjährige Vor­sitzende, Oberst Dr. Küster, nunmehr die Königswürde inne hat, war dies­mal eine Wiederwahl nicht möglich. Sein Nachfolger als Oberst und Regimentschef wurde Hauptmann Fritz Bühner – eine gute Wahl, wie es die nächsten Jahre bewiesen.

1969
Aus Anlaß des 50jährigen Stadt­jubiläums im Jahre 1969 hat der Schützenverein einen Teil des Glad­becker Festprogramms mit seinem Schützenfest übernommen.

Keine andere Feier wäre geeigneter gewesen, eine Gladbecker Festwoche zu beginnen, als ein Fest des Vereins unserer Stadt mit der ältesten Geschichte.

Das Fest ist allen noch in guter Erinnerung. Besonders eindrucksvoll war der Umzug am Sonntag. Neben den Brudervereinen waren die freiwil­lige Feuerwehr und viele Musikkapel­len dabei. Viele 1.000 begeisterte Zuschauer säumten die mit Fahnen geschmückten Straßen.

Am Tage vorher hatte nach heißem Ringen Hauptmann Wolfgang I. Mer­kens von der 1. Kompanie den Kampf für sich entschieden. Er erwählte zur Königin Anni I. Kläsener.

Die Proklamation der neuen Majes­täten nahm der scheidende König und Ehrenoberst unseres Vereins Dr. Hermann Küster vor. Er wünschte seinem Nachfolger Glück und Erfolg in seiner Regierungszeit.

1973
Das Jahr 1973 war geprägt von dem Kampf um die Erhaltung der Selbständigkeit Gladbecks, der Land­tag in Düsseldorf entschied gegen uns, bis im Jahr 1976 das Landes­verfassungsgericht in Münster die „GlaBotKi-Lösung“ mit dem bekann­ten Nikolausurteil am 6. Dezember aufhob. Wir wurden wieder eine selbständige Gemeinde.

Das Schützenfest im Mai 1973 auf dem Sportplatz am Nordpark brachte uns neue Majestäten. Der im Verein äußerst betriebsame und beliebte Peter-Heinz I. Hellenbroich, Chef der 5. Kompanie, holte nach heißem Kampf den Vogel von der Stange und erkor sich Gerti I. (Bachert) zur Königin. In ihrer Regentschaft fiel die „Wiederer­langung der Freiheit für Gladbeck“.

Unvergessen bleibt der große Umzug im Dezember 1976, den der Schützenverein gemeinsam mit der Stadt organisiert und gestaltet hat. Die Stadtmitte war an diesem Abend wirklich „aus dem Häuschen“.

1977
Das nächste Schützenfest wurde im Jahre 1977 wieder an der Wilhelm­straße gefeiert.

Diesmal erwies sich der Vogel wie­der als besonders hartnäckig, erst um 15.05 Uhr holte Heinrich I. Proffe vonder 1. Kompanie den längst fälligen Rest von der Stange. Seine Königin wurde Anni II (Kintrup). Dank der Beliebtheit des neuen Königs wurde der Krönungsball ein unvergessenes Fest!

Das Jahr 1978 brachte 2 wichtige Neuerungen. Auf der Hauptversamm­lung des Vereins trat Oberst Fritz Bühner von seinem Amt als Regi­mentschef und Vorsitzender des Vereins nach 12 Jahren erfolgreicher Arbeit zurück. Die Schützenbrüder wählten zu seinem Nachfolger den bisherigen 2. Vorsitzenden Günter Busch, der die Verdienste von Fritz Bühner in seiner Antrittsrede noch­mals würdigte.

Der neue Oberst nahm ein seit langem geplantes und auch dringend erforderliches Projekt zügig in Angriff. Der Verein brauchte eine den juristi­schen und organisatorischen Ent­wicklungen angepaßte neue Satzung.

Günter Busch brachte als RA und Notar die besten Voraussetzungen mit und leitete die Kommission mit großem Engagement und Fachwissen selbst. Die Satzung wurde mit breiter Mehrheit verabschiedet. Sie gilt heute noch in ihrer Grundstruktur und erfuhr nur einige zeitgemäße Ergän­zungen.

1981
Im Jahre 1981 wurde im Juni wie­der Schützenfest gefeiert. Diesmal war die 4. Kompanie fest entschlossen, nach 24 Jahren wieder den König zu stellen. Erfreulich viele Bewerber um die Königswürde schossen die Rohre heiß, der geübte Schütze und Jäger Karl Robert I. Bomke wurde neue Majestät, gemeinsam mit seiner Köni­gin Gudrun I (Schulte Pelkum). Der Krönungsball am Abend des 13. Juni 81 wurde ein großes Fest für den Schützenverein Gladbeck Mitte. Er wurde vor allem für die 4. Kompanie eine bleibende Erinnerung.

Die Regentschaft unserer neuen Majestäten wurde getrübt durch den plötzlichen Tod von Oberst Günter Busch im Oktober 1984. Satzungs­gemäß wurde der Verein bis zur näch­sten Hauptversammlung vom 2. Vor­sitzenden Wolfgang Merckens kom­missarisch geführt.

1985
Beim Schützenfest im Juni 1985 verwirklichte Alfred  Wischermann von der 5. Kompanie seinen langgehegten

Wunsch und holte den Vogel von der Stange. Alfred I. mit seiner Königin Anita I. Schober waren dem Schützen­volk ein populäres und gutes Königs­paar, das sehr aktiv die Interessen und Belange des Schützenvereins vertrat.

Auf der Hauptversammlung 1986 wurde die Exmajestät Karo I. Bomke zum neuen Regimentschef und Oberst  gewählt. Damit war erneut ein für die Schützensache äußerst engagierter Schütze zum Vorsitzenden bestimmt worden, der mit großem Schwung an seine Aufgaben heranging und viel zur guten Entwicklung des Regiments getan hat.

1989
Beim Schützenfest im Juni 1989 wurde ein aktiver Kompaniechef der nächste König: Elmar I. Surau von der 1. Kompanie. Als er mit seiner Königin Maria II (Schwarte) im Zelt zum neuen Königspaar proklamiert wurde, war die Freude des Schützenvolkes über­groß und die Stimmung beim Krö­nungsball am Abend nicht zu über­treffen. Ein – dank der Majestäten – wahres Volksfest.

Die Zeit der Regentschaft von Elmar I. und Maria II. erfuhr für unseren Schützenverein einen herben Schick­salsschlag. Völlig unerwartet starb im Jahr 1992 unser Oberst Karl Robert Bomke im Alter von nur 49 Jahren.

Nach dem Tode von Karo Bomke übernahm sein Stellvertreter Günter Kläsener kommissarisch das Amt des Vorsitzenden, um dann in der Gene­ralversammlung 1994 einstimmig zum Obersten unseres Traditionsvereins gewählt zu werden.

1993
Axel I. Schober war der erfolgreiche und glückliche Gewinner des Wett­kampfes um die Königswürde beim Schützenfest 1993. Zu seiner Königin erkor er sich Ursula I. (Wischermann).

Der Schützenverein Gladbeck Mitte erwies erneut, dass er seine Majestäten zu feiern versteht! Das sehr gut besuch­te Zelt beim Krönungsball sah eine Festgesellschaft, die bis in die frühen Morgenstunden tanzte und feierte.

1997
Das letzte Schützenfest im alten Jahrtausend wurde 1997 auf dem Festplatz an derHorster Straße gefeiert. Neuer König wurde nach hartem Kampf der Kompaniechef der 4.Kompanie Heinz Hugo I. van Beusekom, der Elisabeth I. Alt, geb. Hahne zu seiner Königin erkor. Die Regentschaft wurde erstmalig in der Geschichte unseres Vereins wegen des 350jährigen Jubiläums in 2002 um ein Jahr verlängert.

Während ihrer Regentschaft haben die Majestäten zusammen mit Oberst Günther Kläsener maßgeblich zum Bau des Schießstandes beigetragen und sich für das

„Stadtschützenfest“ stark gemacht, dass nach mehr als 100 Jahren zum Abschluß unseres Jubiläums in 2002 gefeiert werden sollte.

2002

350 Jahre Schützenverein Gladbeck Mitte waren zu feiern, es sollte ein würdiges Jubiläumsschützenfest werden – es wurde ein großartiges Fest! Erstmalig in der Geschichte Gladbecks und des Schützenvereins stand das Festzelt vor dem Rathaus, im Herzen Gladbecks. Dies wurde von der Gladbecker Bevölkerung, ob Schütze oder nicht, begeistert aufgenommen.

Nach sehr hartem Kampf gegen starke Gegner holte Oberst Günther Kläsener den letzten Rest von der Stange. Günther I. Kläsener erwählte Doris I. Jost zu seiner und unserer Königin!

Am Montag fand dann das „Stadtschützenfest“ statt. Alle Schützenkönige der Gladbecker Schützenvereine nahmen unter dem Beifall der Gladbecker Bevölkerung daran teil. 1. Stadtschützenkönig wurde Manfred Misia vom SV Wilhelm Tell. 

Während ihrer abgespeckten 3 jährigen Regenschaft haben sie sich sehr um alle Kompanien gekümmert und das Vereinsleben bereichert.

Da Oberst Günther Kläsener nunmehr unser König war, mußte ein neuer Oberst gewählt werden. In der Jahreshauptversammlung wurde Oberstleutnant Günter Stein, langjähriger und verdienter Geschäftsführer, in dieses Amt gewählt und zum Oberst befördert.

2005

Das Königsschießen beim Schützenfest am 4.Juni 2005 war wieder geprägt von großer Spannung. Wer würde es diesmal schaffen? Die Kandidaten: Theo Marnette, Heiner Schwarte, Hubertus Weidener! Und der glückliche Sieger war Theo Marnette, Mitglied der 1. + 4.Kompanie. Theo I. nahm sich Andrea I. Tauschlag, aus dem fernen Zweckel, zur Königin! Beim Fest wurde viel getanzt, getrunken, gelacht, jedermann hatte Spaß und immer mittendrin: unser Königspaar!   

Der große Zapfenstreich, der im Festzelt von unserer Kapelle, unter Mitwirkung der Feuerwehr, gespielt wurde, war wiederum ein ergreifender, würdiger Abschluss unseres Festes! 

2009

Im Mai 2009 luden Theo I. und Andrea I. alle Schützen mit Damen zu einem Fest auf den Hof Tauschlag ein, bei dem sie verdiente Schützenbrüder beförderten, mit Orden ehrten und sich von ihrem Volk verabschiedeten.

Es war ein tolles Abschiedsfest

Das Schützenfest 2009 begann mit einer Totenehrung durch alle Mitglieder des Vereins am Ehrenmal. Der anschließende Marsch mit Kapelle durch den Wittringer Wald zum Festzelt vor dem Rathaus hatte alle durstig gemacht.Der Oberst, der scheidende König und der Protektor richteten Worte an die Festversammlung und so konnte die Feier beginnen!

Und es wurde gefeiert!

Samstag begann das Vogelschießen pünktlich gegen 11 Uhr. Nach dem Erbsensuppenessen wurde dann verschärft geschossen.

Thorsten Nagel, Stephan Ostendorf, Jörg Schwalvenberg und Alois Steinzen kämpften um die Königswürde.

Um 15 Uhr 05 war es dann soweit, Jörg Schwalvenberg, Mitglied der IV.Kompanie, machte den glücklichen Schuß!! Barbara I. Nagel wird ihn als Königin bei seiner Regentschaft unterstützen.

Beide wurden vom Protektor des Festes, Schützenbruder und Bürgermeister Ulrich Roland in ihr Amt eingeführt.

Wir danken dem alten und neuen Königspaar, dem Vorstand und zahlreichen Helfern für das gelungene Fest und wünschen allen eine glückliche Hand für die kommenden 4 Jahre!

                                                                                  „ Gut Schuss!“